Beim Trading gibt es verschiedene Ordertypen, die sich darin unterscheiden, wann und zu welchem Preis eine Order ausgeführt wird. Wer die Unterschiede kennt, kann Einstiege und Ausstiege präziser planen – und vermeidet Überraschungen bei der Ausführung.
Market Order (Sofort-Ausführung)
Eine Market Order wird unverzüglich zum aktuellen Marktpreis ausgeführt. Sie ist der einfachste Ordertyp und wird verwendet, wenn es auf Geschwindigkeit ankommt – etwa beim Einstieg nach einem Signal oder beim schnellen Schließen einer Position. Nachteil: Sie haben keine Kontrolle über den exakten Ausführungskurs. In schnellen Märkten kann der tatsächliche Kurs vom angezeigten abweichen (Slippage).
Limit Order (Kursbegrenzung)
Eine Limit Order wird nur zu einem bestimmten Preis oder besser ausgeführt. Beispiel: EUR/USD notiert bei 1,0800; Sie möchten günstiger kaufen und setzen ein Kauf-Limit bei 1,0750. Erst wenn der Kurs dorthin fällt, wird die Order ausgeführt – und zwar nicht schlechter als zum Limit, in der Regel besser. Limit Orders eignen sich für geplante Einstiege an Unterstützungen oder für Gewinnmitnahmen.
Stop Order (Auslöse-Order)
Eine Stop Order wird ausgeführt, sobald der Kurs einen bestimmten Trigger überschreitet – danach läuft sie als Market Order. Der klassische Einsatz ist der Stop-Loss: Sie verkaufen, wenn der Kurs auf ein Verlustniveau fällt. Ein Verkaufs-Stop wird bei Unterschreiten des Triggers aktiv; ein Kauf-Stop (etwa bei einem Ausbruch nach oben) bei Überschreiten.
Stop-Limit Order
Die Stop-Limit Order kombiniert beide Mechaniken: Der Stop triggert die Order, das Limit begrenzt den Ausführungspreis. Vorteil: keine unkontrollierte Ausführung. Nachteil: Erreicht der Markt das Limit nicht (etwa bei einem Kurssprung), bleibt die Order unausgeführt – der Schutz greift dann nicht. Für Stop-Loss-Zwecke ist eine einfache Stop Order daher meist die robustere Wahl.
Weitere Ordertypen
- Trailing Stop: Der Stop wird automatisch nachgezogen, wenn sich der Kurs in die gewünschte Richtung bewegt.
- OCO (One-Cancels-Other): Zwei Orders werden verknüpft; wird eine ausgeführt, wird die andere gelöscht – praktisch für „Stop-Loss plus Take-Profit" in einem Schritt.
- IFD (If-Done): Eine Folgeorder wird nur platziert, wenn die erste Order ausgeführt wurde.
Welcher Typ für welchen Zweck?
| Situation | Empfohlener Ordertyp |
|---|---|
| Sofort einsteigen | Market Order |
| Günstiger kaufen (geplanter Einstieg) | Kauf-Limit |
| Verluste begrenzen | Stop Order (Stop-Loss) |
| Gewinne sichern | Verkaufs-Limit (Take-Profit) |
| Ausbruch handeln | Kauf-Stop |
| Ausführungspreis absichern | Stop-Limit |
Praktische Hinweise
- Prüfen Sie vor der Eröffnung, welche Ordertypen Ihre Plattform unterstützt – MetaTrader 4 und MetaTrader 5 bieten alle gängigen Typen an.
- Bei volatilen Märkten sind Market Orders riskant; nutzen Sie dann Limits.
- Üben Sie die Ordertypen im Demo-Konto, bevor Sie echtes Geld einsetzen.