Trading-Kosten entscheiden langfristig über den Erfolg – ein Unterschied von wenigen Zehntel Pips kann bei vielen Trades im Monat erhebliche Beträge ausmachen. Wer die Gebührenstruktur seines Brokers versteht, handelt günstiger. Dieser Ratgeber stellt alle typischen Kostenpositionen vor.
1. Spread
Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Er ist die Hauptkostenquelle im Forex-Handel. Bei Standard-Konten ist er meist etwas höher, dafür entfällt die Kommission. Je enger der Spread, desto geringer die Kosten pro Trade.
2. Kommission
Viele Broker bieten Raw- oder ECN-Konten an: sehr enge Spreads (teils ab 0,0 Pips), dafür eine feste Kommission – typischerweise einige Euro oder Dollar pro Lot (100.000 Einheiten der Basiswährung) pro Seite. Für aktive Trader sind diese Konten meist günstiger, für Gelegenheitstrader oft nicht.
3. Swap (Finanzierungskosten)
Positionen, die über Nacht gehalten werden, werden mit Swap belegt – einer Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen des Paares. Ist der Swap negativ, zahlen Sie; ist er positiv, erhalten Sie Gutschrift. Bei Indizes und Rohstoffen gelten eigene Finanzierungssätze. Wer Positionen über Wochen hält, sollte die Swaps einkalkulieren; manche Broker bieten Swap-freie Konten (islamische Konten) an.
4. Einzahlungsgebühren
Die meisten Broker nehmen für SEPA-Überweisungen und Kartenzahlungen keine Gebühr. Bei E-Wallets und bestimmten Methoden können Gebühren anfallen. Achtung: Bei Zahlungen in Fremdwährung fällt eine Umrechnung an.
5. Auszahlungsgebühren
Hier unterscheiden sich Broker stark. Manche berechnen eine feste Gebühr pro Auszahlung oder begrenzen die Zahl kostenloser Auszahlungen pro Monat. Auch die Auszahlungsdauer variiert: von wenigen Stunden (E-Wallet) bis zu mehreren Werktagen (Überweisung). Mehr im Ratgeber Ein- & Auszahlung.
6. Inaktivitätsgebühren
Viele Broker verlangen eine monatliche Gebühr, wenn über einen bestimmten Zeitraum (oft 3–12 Monate) kein Handel stattfindet. Die Höhe liegt meist zwischen 5 und 20 Euro pro Monat. Wer ein Konto ruhen lässt, sollte das wissen.
7. Währungsumrechnung
Handeln Sie auf einem Konto in einer anderen Währung als Ihrer Heimatwährung, zahlen Sie bei Ein- und Auszahlungen Umrechnungsspreads. Ein EUR-Konto ist für deutsche Trader die Regel.
8. Versteckte Kosten und Fallstricke
- Spread-Ausweitung bei News: In volatilen Phasen weiten sich Spreads teils drastisch aus.
- Slippage: Bei schnellen Märkten kann die Ausführung vom angezeigten Kurs abweichen – ein Punkt, den Sie nicht direkt sehen, der aber Kosten verursacht.
- Boni mit Umsatzbedingungen: Ein Willkommensbonus klingt verlockend, bindet Ihr Geld aber an Umsatzvorgaben. Wir raten generell zur Vorsicht bei Bonusangeboten.
So senken Sie Ihre Kosten
- Wählen Sie den Kontotyp passend zu Ihrer Handelsfrequenz (Raw für aktiv, Standard für gelegentlich).
- Handeln Sie in Zeiten hoher Liquidität (London/New York-Überlappung).
- Vermeiden Sie unnötige Ein-/Auszahlungen in Fremdwährung.
- Vergleichen Sie die Gesamtkosten, nicht nur den beworbenen Spread.
In unseren Broker-Profilen dokumentieren wir Spread-Modell, Kommissionen und Mindesteinzahlung der wichtigsten Anbieter – geprüft anhand offizieller Angaben.