Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (Bid) und dem Briefkurs (Ask) eines Währungspaares. Er ist die gängigste Kostenform im Forex-Handel: Sie kaufen zum höheren Ask und verkaufen zum niedrigeren Bid – die Differenz wandert an den Broker beziehungsweise den Liquiditätsanbieter. Wer eine Position eröffnet, startet also immer mit einem kleinen Verlust in Höhe des Spreads.
Ein Beispiel
EUR/USD wird mit Bid 1,0800 und Ask 1,0802 notiert. Der Spread beträgt 2 Pips. Kaufen Sie das Paar, liegt Ihr Einstiegskurs bei 1,0802. Erst wenn der Kurs auf 1,0802 steigt und der Bid dort ankommt, sind Sie bei null – vor Kosten.
Wie wird der Spread gemessen?
Im Forex werden Kursbewegungen in Pips gemessen. Ein Pip ist beim EUR/USD die vierte Nachkommastelle (0,0001); die meisten Broker notieren zusätzlich eine fünfte Stelle (0,1 Pip, auch Point genannt). Bei JPY-Paaren ist ein Pip die zweite Nachkommastelle.
Warum unterscheiden sich Spreads?
- Währungspaar: Majors wie EUR/USD haben enge Spreads, exotische Paare weite.
- Marktphase: In Zeiten hoher Liquidität (Überlappung London/New York) sind Spreads enger als nachts oder am Wochenende.
- Kontomodell: Standard-Konten haben höhere Spreads ohne Kommission; Raw-/ECN-Konten haben sehr enge Spreads, dafür eine Kommission pro Trade.
- Marktvolatilität: Bei wichtigen Wirtschaftsdaten (EZB-Zinsentscheid, US-Arbeitsmarktdaten) weiten sich Spreads oft deutlich aus.
Fest vs. variabel
Einige Broker werben mit „festen Spreads". Das bedeutet, dass der Spread unabhängig von der Marktlage konstant bleibt – praktisch für die Kostenplanung, allerdings kann der Broker in volatilen Phasen langsamer ausführen. Variable Spreads spiegeln das Marktgeschehen wider und sind meist enger – außer in turbulenten Phasen, in denen sie sich ausweiten können.
Wie Sie Spreads vergleichen
- Achten Sie auf denselben Kontotyp – der Spread eines Raw-Kontos ist ohne Kommission nicht vergleichbar mit dem eines Standard-Kontos.
- Vergleichen Sie nicht nur die beworbenen Minimal-Spreads, sondern die typischen Werte während der Haupthandelszeiten.
- Rechnen Sie die Kommission mit ein: Gesamtkosten = Spread + Kommission.
In unseren Broker-Profilen finden Sie die Spread-Modelle der wichtigsten Anbieter. Einen Überblick über alle Kostenarten – Spread, Kommission, Swap und Gebühren – gibt der Gebühren-Ratgeber.