Forex ist die Kurzform von Foreign Exchange – dem Handel mit Währungen. Anleger kaufen eine Währung und verkaufen gleichzeitig eine andere, wetten also auf die Entwicklung eines Währungspaares. Mit einem geschätzten täglichen Umsatz von mehreren Billionen US-Dollar ist der Devisenmarkt der größte Finanzmarkt der Welt. Er ist dezentral organisiert: Es gibt keine zentrale Börse, der Handel läuft rund um die Uhr über Banken, Institutionen und Broker.
Währungspaare: die Grundlage
Beim Forex-Trading wird immer ein Paar gehandelt, zum Beispiel EUR/USD. Die erste Währung ist die Basiswährung, die zweite die Notierungswährung. Der Kurs sagt aus, wie viel der zweiten Währung eine Einheit der ersten kostet: Steht EUR/USD bei 1,08, kostet ein Euro 1,08 US-Dollar. Sie gehen davon aus, dass der Euro steigt? Dann kaufen Sie EUR/USD. Erwarten Sie einen fallenden Euro, verkaufen Sie das Paar (Short-Position).
Zu den meistgehandelten Paaren gehören EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD und USD/CHF – die sogenannten Majors. Daneben gibt es Kreuzkurse ohne US-Dollar sowie exotische Paare, bei denen eine Währung aus einem Schwellenland beteiligt ist. Exoten haben in der Regel höhere Spreads und dünnere Liquidität.
Handelszeiten: rund um die Uhr
Der Forex-Markt ist von Montagfrüh (00:00 MEZ) bis Freitagabend (23:00 MEZ) fast durchgehend geöffnet. Die größten Umsätze entstehen, wenn sich die Handelszentren überlappen: London und New York zwischen 14 und 17 Uhr MEZ. Details finden Sie in unserem Ratgeber zu den Forex-Handelszeiten.
Wie Privatanleger handeln
Privatanleger handeln nicht direkt am Interbankenmarkt, sondern über einen Forex-Broker. Der Broker stellt Preise (Quotes) und führt die Orders aus. In der EU geschieht das für Privatkunden fast immer in Form von CFDs – also Differenzkontrakten, bei denen Sie nicht die Währung selbst besitzen, sondern auf die Kursdifferenz spekulieren. Das ist wichtig, weil dafür die ESMA-Regeln gelten, unter anderem Hebelgrenzen und die Negative Balance Protection.
Hebel und Margin
Forex wird typischerweise mit Hebel gehandelt: Sie hinterlegen nur einen Teil des Positionswerts als Sicherheit (Margin). Ein Hebel von 30:1 bedeutet, dass Sie mit 1.000 Euro eine Position von 30.000 Euro kontrollieren können. Das verstärkt Gewinne und Verluste gleichermaßen – ein Kursrückgang von gut drei Prozent kann bei voller Positionsgröße das gesamte eingesetzte Kapital aufzehren. Wie Margin und Margin Call funktionieren, erklären wir hier.
Kosten des Handels
Die wichtigsten Kosten sind Spread und Kommission. Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Zusätzlich fallen bei über Nacht gehaltenen Positionen Swap-Gebühren (Finanzierungskosten) an.
Risiken im Überblick
- Hebelrisiko: Verluste können das eingesetzte Kapital schnell übersteigen.
- Marktrisiko: Währungskurse schwanken – auch durch Zinsentscheidungen, Wirtschaftsdaten und politische Ereignisse.
- Brokerrisiko: Der Broker sollte reguliert sein; prüfen Sie, mit welchem Entity Sie den Vertrag schließen.
Forex-Trading ist kein Weg zu schnellem Geld, sondern ein anspruchsvolles Geschäft mit erheblichen Risiken. Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie echtes Geld einsetzen – ein Demo-Konto ist dafür der richtige Einstieg.